[DE] Lebensmittelüberwachung Gentechnik 2008: Kaum Verstöße, aber oft Spuren von gv-Soja

Auch im Jahr 2008 haben die Lebensmittelkontrolleure nur vereinzelt Verstöße gegen die Gentechnik-Kennzeichnung entdeckt. Während sojahaltige Produkte relativ häufig sehr geringe Spuren von gentechnisch veränderten Sojabohnen enthalten, sind Mais-Erzeugnisse meist "gentechnikfrei". Damit bestätigen erste Daten aus vier Bundesländern den Trend der vergangenen Jahre.

Bislang haben Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein aktuelle Zahlen aus dem Jahr 2008 veröffentlicht. Das Fazit: Die Vorschriften zur Gentechnik-Kennzeichnung werden in der Regel eingehalten. Lediglich in Baden-Württemberg wurden zwei Produkte beanstandet. Ein Maischips-Erzeugnis philippinischer Herkunft und das Sojalecithin eines deutschen Süßwarenherstellers überschritten den Schwellenwert für die Kennzeichnung von 0,9 Prozent.


Relativ häufig sind in Soja-Lebensmitteln aber geringe Spuren von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) enthalten. So ließen sich in Baden-Württemberg in 33 Prozent der untersuchten sojahaltigen Erzeugnisse (57 von 172) gentechnisch veränderte Bestandteile nachweisen. Damit ist der Anteil im Vergleich zum Vorjahr etwas gesunken (2007: 39 Prozent). In Mecklenburg-Vorpommern war im Jahr 2008 jedes sechste Soja-Produkt (7 von 43) GVO-positiv. In Sachsen ließ sich in nur 4 von 234 Soja-Lebensmitteln gentechnisch veränderte DNA nachweisen, während in Schleswig-Holstein der Anteil GVO-positiver Proben im Vergleich zum Vorjahr von 12 auf 14 Prozent (11 von 80) gestiegen ist. In einem Großteil der Proben aus allen Ländern waren nur Spuren von weniger als 0,1 Prozent nachweisbar.

Maishaltige Lebensmittel sind weitgehend "gentechnikfrei". In Baden-Württemberg ließen sich in gerade vier Prozent der untersuchten Proben (7 von 183) Spuren von gv-Mais nachweisen. In Schleswig-Holstein war eine Probe GVO-positiv, während man in Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen in keinem untersuchten Mais-Erzeugnis fündig wurde.

Lebensmittel, die nicht zugelassene gentechnisch veränderte Pflanzen enthalten, werden häufig schon über das Europäische Schnellwarnsystem, kurz RASFF, erfasst und an den Grenzkontrollstellen zurückgewiesen. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Produkte auf den europäischen Markt kommen. Im Jahr 2008 wurden bei Nahrungsmitteln 26 Schnellwarnungen ausgesprochen, geht aus der Antwort des Verbraucherschutzministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor. Es waren hauptsächlich Reis und Reiserzeugnisse (23 von 26) betroffen, in denen die Kontrolleure nicht zugelassenen gv-Reis in Spuren von weniger als 0,1 Prozent entdeckt hatten.

Quelle: Transgen





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